Ein Mietwagen ist auf Madeira nicht nur die bequemste Art, die Insel zu erkunden – für die meisten Besucher ist es die einzige Möglichkeit, sie richtig kennenzulernen. Die Levada-Wanderungen beginnen an Ausgangspunkten, die nicht mit dem Bus erreichbar sind. Die spektakulärsten Strände der Nordküste liegen an Straßen, für die Taxis ein Vermögen verlangen. Die Aussichtspunkte in den Bergen, die Madeira so außergewöhnlich machen, sind über die ganze Insel verstreut, deren öffentlicher Nahverkehr nur das Nötigste bietet.
Dieser Leitfaden enthält alles Wissenswerte zur Autovermietung auf Madeira: wo Sie das Fahrzeug abholen können, wie Sie Kautionen und versteckte Gebühren vermeiden, welches Auto Sie wählen sollten und wie Sie die Insel optimal erkunden können, sobald Sie am Steuer sitzen.
Warum sich ein Mietwagen auf Madeira jeden Cent lohnt
Madeira ist eine kleine Insel – 57 km lang und 22 km breit –, doch diese Zahlen beschreiben sie nur unzureichend. Die Insel ist im Grunde ein Berg, der sich aus dem Atlantik erhebt, mit Straßen, die sich durch Täler schlängeln, bis auf 1.800 Meter Höhe hinaufführen und sich an Klippen über dem Meer entlangschlängeln. Eine 30 km lange Fahrt kann 45 Minuten dauern. Die schönsten Orte sind oft am schwierigsten ohne eigenes Fahrzeug zu erreichen.
Mit einem Mietwagen verwandelt sich Madeira. Sie fahren los, wann immer Sie wollen. Sie halten an einem Aussichtspunkt, der Ihnen ins Auge fällt. Sie entdecken ein Dorfcafé, das auf keiner Touristenkarte verzeichnet ist. Sie erreichen den Strand von Seixal, bevor der große Ansturm beginnt. Sie genießen den Sonnenuntergang von einem Aussichtspunkt auf einer Klippe und bleiben dort, bis das Licht verschwunden ist. Diese Freiheit – die Möglichkeit, spontan zu sein auf einer Insel, die Spontaneität belohnt – macht einen Mietwagen auf Madeira wirklich lohnenswert.
Was man ohne Auto verpasst
Ohne Auto sieht man Funchal, die Seilbahn nach Monte, die Küste und den Markt. All das ist sehenswert – aber nur ein Bruchteil dessen, was Madeira zu bieten hat. Die schwarzen Sandstrände der Nordküste, die natürlichen Pools von Porto Moniz, der wolkendurchdringende Gipfel des Pico do Arieiro, die dramatische Halbinsel im Osten bei Ponta de São Lourenço – all das ist nur mit dem Auto erreichbar und zählt zu den spektakulärsten Erlebnissen in Europa.
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Wo Sie Ihren Mietwagen auf Madeira abholen können
Sie haben zwei Hauptoptionen: Flughafen Madeira (FNC) oder Stadtzentrum von Funchal. Die richtige Wahl hängt von Ihrer Reiseroute ab.
Flughafen Madeira (FNC)
Wenn Sie direkt nach der Landung mit der Erkundung beginnen möchten, ist die Abholung vom Flughafen die beste Option. Sie landen, holen Ihr Gepäck ab, gehen zum Mietwagenschalter und sind innerhalb von 30 Minuten unterwegs. Der Flughafen liegt 20 km östlich von Funchal an der Schnellstraße VR1 – eine entspannte erste Fahrt, die Ihnen einen sanften Einstieg in Madeiras Straßen ermöglicht, bevor Sie sich in die Berge wagen.
Die Abholung vom Flughafen ist auch die beste Wahl, wenn Ihr Hotel außerhalb des Stadtzentrums von Funchal liegt – beispielsweise in Caniço, Machico oder irgendwo im Osten der Insel. Sie werden direkt vom Flughafen abgeholt, ohne vorher in die Stadt fahren zu müssen.
Stadtzentrum von Funchal
Wenn Sie Ihre ersten ein oder zwei Tage in Funchal verbringen, bevor Sie die Insel erkunden, ist eine Abholung im Stadtzentrum praktischer. Funchal lässt sich komplett zu Fuß erkunden – die Altstadt, der Markt, die Strandpromenade, die Seilbahn nach Monte – und Sie benötigen dafür kein Auto. Lassen Sie sich am Tag Ihrer geplanten Inselrundfahrt abholen.
Wie man Einlagen und versteckte Gebühren vermeidet
Die häufigste Beschwerde über Mietwagen auf Madeira – und in Portugal allgemein – betrifft die Kaution. Bei Ankunft am Abholschalter mit Basisversicherung reserviert das Unternehmen 800 bis 2.000 € auf Ihrer Kreditkarte. Dies ist keine Abbuchung, sondern blockiert den Betrag für die Dauer der Anmietung.
Die Lösung: Schließen Sie im Voraus eine Vollkaskoversicherung ab.
Bei Buchung einer Vollkaskoversicherung (CDW ohne Selbstbeteiligung) entfällt die Kaution. Sie zahlen zwar einen etwas höheren Tagespreis, kommen aber ohne blockiertes Geld auf Ihrer Karte an den Schalter und können den Wagen sorgenfrei zurückgeben. Auf Madeiras engen Bergstraßen, wo hinter unübersichtlichen Kurven Felswände auftauchen, ist eine Vollkaskoversicherung keine Paranoia – sie ist die vernünftige Wahl.
Weitere Gebühren, auf die Sie achten sollten
Lesen Sie die Buchungsbedingungen sorgfältig durch, insbesondere hinsichtlich der Gebühren für zusätzliche Fahrer (in der Regel 5–10 € pro Tag), Zuschläge für junge Fahrer (unter 25 Jahren), GPS-Miete (bringen Sie stattdessen Ihre eigene Handyhalterung mit) und Kindersitzgebühren. Diese Kosten sind nicht versteckt – sie stehen in den Bedingungen –, werden aber leicht übersehen, wenn man sich auf den Tagespreis konzentriert.
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Das richtige Auto für Madeiras Straßen auswählen
Madeiras Terrain stellt höhere Anforderungen an einen Mietwagen als die meisten anderen europäischen Reiseziele. Wählt man das richtige Fahrzeug, wird das Fahren zum Vergnügen. Wählt man das falsche, kann es schnell stressig werden.
Motorgröße
Für Alleinreisende oder Paare mit leichtem Gepäck werden mindestens 1,2 Liter Tankinhalt empfohlen. Für zwei Personen mit vollem Gepäck oder drei oder mehr Passagiere sind mindestens 1,5 Liter erforderlich. Die Bergstraßen zwischen Funchal und der Nordküste weisen lange Steigungen auf, an denen ein kleiner Motor merklich an seine Grenzen stößt.
Automatik vs. Manuell
Wenn Sie sich mit einem Schaltgetriebe an steilen Hängen nicht ganz sicher fühlen, buchen Sie lieber ein Automatikgetriebe. In Funchal gibt es an Steigungen Ampeln, die bergauf anfahren. Der Preisunterschied beträgt in der Regel 5–15 € pro Tag – eine lohnende Investition für ein deutlich entspannteres Reiseerlebnis.
Fahrzeuggröße
Für die meisten Besucher ist ein Kleinwagen (z. B. VW Polo, Seat Ibiza, Renault Clio) ideal. Er ist klein genug für enge Dorfstraßen und Parkplätze und bietet ausreichend Platz für zwei Personen und das Gepäck für eine Woche. Gruppen von vier Personen sollten einen Mittelklassewagen in Betracht ziehen. Große SUVs sind unnötig und erschweren das Parken in den historischen Ortskernen.
Die besten Routen auf Madeira mit dem Mietwagen
Sobald Sie Ihr Auto haben, sind dies die Routen, die eine Reise nach Madeira ausmachen.
Nordküstenstraße (VE2): Die charakteristische Straße
Von Ribeira Brava aus verläuft die VE2 entlang der Nordküste durch in die Klippen gehauene Tunnel, vorbei an Wasserfällen, die direkt auf die Straße stürzen, und durch kleine Fischerdörfer. Der Strand von Seixal – schwarzer Vulkansand, grüne Klippen, natürlicher Pool – ist das absolute Highlight. Am Ende der Strecke liegt Porto Moniz mit seinen natürlichen Lavabecken zum Baden. Planen Sie dafür einen ganzen Tag ein.
Berginneres: Pico do Arieiro und Ribeiro Frio
Fahren Sie zum Pico do Arieiro (1.818 m) und genießen Sie den Ausblick über die Wolken. Anschließend geht es hinunter durch die Forellenzucht Ribeiro Frio nach Santana mit seinen traditionellen reetgedeckten Häusern. Eine der spektakulärsten Strecken Europas. Planen Sie dafür einen ganzen Tag ein.
Östliche Halbinsel: Ponta de São Lourenço
Die östlichste Spitze Madeiras unterscheidet sich völlig vom Rest der Insel – karg, dramatisch, fast wüstenartig. Die Wanderung entlang der Halbinsel zählt zu den schönsten auf Madeira. Verbinden Sie sie auf dem Rückweg mit einem Abstecher zum Strand von Prainha (einer der wenigen natürlichen Sandstrände der Insel). Halbtagesausflug ab Funchal.
Häufig gestellte Fragen zur Autovermietung auf Madeira
Ist es einfach, in Madeira Auto zu fahren?
Ja, mit dem richtigen Auto und einer vernünftigen Fahrweise. Die Hauptstraßen sind gut ausgebaut und deutlich ausgeschildert. Bergstraßen erfordern zwar Vorsicht, sind aber bei angemessener Geschwindigkeit absolut sicher. Die größte Herausforderung stellen die Steilheit mancher Straßen und die Enge der Dorfstraßen dar – beides ist mit einem Kleinwagen gut zu bewältigen.
Benötige ich eine Kreditkarte für die Autovermietung auf Madeira?
Die meisten Versicherungen verlangen eine Kreditkarte für die Kaution. Bei Buchung einer Vollkaskoversicherung ohne Selbstbeteiligung entfällt die Kaution in der Regel, und einige Versicherungen akzeptieren auch Debitkarten. Bitte erkundigen Sie sich bei der Buchung nach den Zahlungsbedingungen.
Wie hoch ist die Geschwindigkeitsbegrenzung auf Madeira?
Innerorts gilt eine Höchstgeschwindigkeit von 50 km/h, auf Landstraßen 90 km/h und auf Autobahnen 100 km/h. Auf Bergstraßen gelten oft niedrigere Geschwindigkeitsbegrenzungen – bitte beachten Sie die Beschilderung. Auf den Autobahnen sind Geschwindigkeitskameras installiert.
Kann ich mit einem Mietwagen von Madeira nach Porto Santo fahren?
Nein. Mietwagen dürfen nicht auf der Fähre nach Porto Santo mitgenommen werden. Wenn Sie Porto Santo (Madeiras Schwesterinsel mit einem 9 km langen goldenen Sandstrand) erkunden möchten, müssen Sie dort ein separates Auto mieten.
Wie viel kostet ein Mietwagen auf Madeira?
Ein Kleinwagen mit Vollkaskoversicherung kostet in der Nebensaison üblicherweise 25–50 € pro Tag und in der Hochsaison im Sommer 40–80 € pro Tag. Wenn Sie frühzeitig buchen und die Angebote mehrerer lokaler Anbieter vergleichen, finden Sie die besten Preise.